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Die Zeit der Hussiten. Es ist der Beginn des 15. Jahrhunderts. In jener
Zeit hatte sich die katholische Kirche zum größten Feudalapparat in Böhmen entwickelt. Mit dem vom Volke eingetriebenen Geld in Form von hohen Steuern und Abgaben lebten die führenden katholischen Herrscher in verschwenderischem Wohlstand. Um die Jahrhundertwende vom 14. zum 15. Jahrhundert und kurz danach sind mutige Prediger gegen dieses Leben der böhmischen Herrscher, besonders in Prag, der böhmischen Hauptstadt, aufgetreten und haben innerhalb der Kirche bestimmte Reformen verlangt. Der geistige Vater der Prediger war Johann Hus. Unter dem Bruch des gegebenen Wortes auf freies Geleit wurde er auf dem Konzil von Konstanz 1414 verhaftet, gefoltert und im Anschluß daran am 6. Juli 1415 (am Tage seines Geburtstages) als Ketzer verbrannt. Man glaubte von nun an, die Volksbewegung aufgehalten zu haben und lebte munter im alten Stile weiter.
Die Forderung nach der Enteignung des kirchlichen Feudalbesitzes wurde teilweise mit der Übergabe an die Bauern in Böhmen und Mähren durchgesetzt. Die deutschen Fürsten und die katholische Kirche schliefen aber nicht. Sie verfolgten recht aufmerksam diese Entwicklung. Sie stellten Kreuzzüge aus Rittern und Knechten aus ganz Europa zusammen und führten sie gegen die Hussiten, um diese Bewegung zu zerschlagen. Die Moral der freiwilligen Kämpfer der Hussiten war aber hoch, so daß die Kreuzzügler mehrfach vernichtend geschlagen werden konnten. Um sich gegen wiederholten Angriffen zu sichern, gingen die Hussiten nun zum Angriff auf umliegende Länder über. Diese Reisen hatten nicht nur militärischen Charakter, sondern dienten auch zur Verbreitung der Forderungen. Eine solche Reise führte dann auch Teile des Heerhaufens über Guben-Frankfurt in den Berliner Raum. Im Lager von Gersdorf, acht Kilometer südöstlich von Eberswalde, erreichte die Hussiten der Befehl zum Rückzug, weil in Eger Waffenstillstandsverhandlungen mit dem Fürsten des Reiches im Gange waren. Auf ihrem Rückzug kamen dann die Hussiten 1432 an Bernau vorbei und haben entsprechend den damaligen Kampfgepflogenheiten aller Heere, die außerhalb der Stadtmauer liegenden Gebäude, unter anderem das St.-Georgen-Hospital, zerstört... |